| Friedhofswesen ist Gemeindesache |
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| Geschrieben von: Administrator |
| Dienstag, 28. November 2006 um 22:47 Uhr |
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{mosimage} Gräberfeld für Muslime in Luzern: Auf dem Friedhof Friedental wurden im Frühjahr dieses Jahres 294 Grabstellen geschaffen, die so ausgerichtet sind, dass die rechte Seite des Leichnams Mekka zugewandt ist. Bild Keystone Aus Glaubensgründen können Muslime nicht auf den hiesigen Friedhöfen bestattet werden. Ob es in Liechtenstein bald einen islamischen Friedhof geben wird, wird momentan diskutiert. Von Janine Köpfli In der Schweiz wurde 1978 der erste islamische Friedhof in Le Petit-Saconnex in der Nähe von Genf errichtet. Wie im historischen Lexikon der Schweiz zu lesen ist, kamen später weitere dazu: 2000 in Basel und Bern, 2002 in Lugano und St. Gallen, 2004 in Zürich und 2006 in Luzern. Verstorbene werden hier nach islamischem Ritus bestattet. Den Muslimen ist nur die sarglose Erdbestattung erlaubt. Jede andere Art der Bestattung darf nur im Notfall als Ausnahme gewählt werden. Vorgeschrieben ist auch das «Prinzip der reinen Erde». Muslimische Gräber müssen demzufolge auf eigenen Friedhöfen oder auf räumlich gesonderten Gräberfeldern liegen. Die einzelnen Gräber sind so anzulegen, dass die rechte Seite des Leichnams Mekka zugewandt ist. Die Wiederbenutzung des Grabes ist im Islam grundsätzlich erlaubt, in der Regel wird jedoch davon abgesehen. Letzte Ruhestätte in Liechtenstein Der Bedarf nach einem islamischen Friedhof sei in Liechtenstein noch nicht akut, sagte Suat Türkyilmaz, Vizepräsident der türkischen Vereinigungen in Liechtenstein, kürzlich in einem Zeitungsartikel. Die Anzahl an Muslime werde aber auch in Liechtenstein weiter steigen. Früher oder später müsse eine Lösung gesucht werden. Im Rahmen der letzten Landtagssitzung fragte die VU-Fraktionssprecherin Doris Beck die Regierung, inwieweit die Fragen betreffend die Erstellung eines islamischen Friedhofs schon geklärt seien. Regierungschef Otmar Hasler beantwortete die Kleine Anfrage wie folgt: «Das Friedhofswesen, einschliesslich des Erlassens von Friedhofsreglementen, fällt in den Wirkungskreis der Gemeinden, ist also Gemeindeaufgabe.» Er fügte an, dass aus der allgemeinen Diskussion hervorgehe, dass seitens der Muslime längerfristig der Wunsch nach einer letzten Ruhestätte in Liechtenstein, ihrem Heimatstaat, besteht. Bis jetzt ist es so, dass die Muslime nach ihrem Tod in ihr Ursprungsland überführt und dort bestattet werden. Arbeitsgruppe eingesetzt Noch gibt es keine Lösungsvorschläge. Regierungschef Otmar Hasler verwies auf die Arbeitsgruppe zur Integration von Muslimen, die sich auch mit der Friedhofsfrage auseinandersetzen werde. Die Regierung hat die Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Integration von Muslimen «prioritär» anzugehen. «Die Arbeitsgruppe dient als Forum für den gemeinsamen Dialog, in welchem Anliegen und Probleme herauskristallisiert und offen angesprochen werden können», erklärte Otmar Hasler. Die Arbeitsgruppe habe keine eigentlichen Kompetenzen. Integrationspolitische Lösungen seien unter Berücksichtigung der üblichen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu finden. Doris Beck fragte auch, ob in die Arbeitsgruppe Vertreter der Gemeinden berufen wurden, da die Integration der betreffenden Bevölkerungsgruppe ausschliesslich in den Gemeinden stattfindet. Otmar Hasler beantwortete die Frage mit einem Nein. In einem ersten Schritt gehe es darum, mit den Muslimen ins Gespräch zu kommen. «Aus diesem Grund sind Vertreter jener Ämter in die Arbeitsgruppe bestellt worden, die aufgrund der Sachzuständigkeit ihres Amtes in Kontakt mit Personen dieser Religionsgemeinschaft sind», so Hasler. Die Arbeitsgruppe besteht aus vier Muslimen aus Liechtenstein und vier Amtsleitern. Wie in der Schweiz ist der Islam in Liechtenstein die drittstärkste Religionsgemeinschaft. Gemäss der letzten Volkszählung im Jahr 2000 lebten in Liechtenstein 33 300 Personen. 26 122 gaben an, katholisch zu sein, rund 78 Prozent. 2760 Personen waren protestantisch und 1593 Personen zählten sich zu islamischen Gemeinschaften, rund 4,8 Prozent. |


